Rödermark.
Landesteuer für Störche

Rödermark. Landesteuer für Störche09.06.2017 – ( Satire )

 
Rödermark verlangt für Vögel Überflugsteuer, Nest- bzw. Nistkastensteuer und Landesteuer

Zwei verliebte Störche
Zwei verliebte Störche

Was für ein wundervolles Bild. Nicht die Bildqualität, sondern die verliebten Störche. Kurz nach dieser Aufnahme saß das Liebespaar auf der Wiese und ich hatte die Möglichkeit zu einem kleinen Interview.

I: „Na ihr beiden, wird es in 2018 Nachkommen von euch in Rödermark geben?

S:„Wie es zurzeit aussieht nicht. Wir sind am packen und werden wohl nach Eppertshausen ziehen.“

Jetzt war ich doch ein wenig erstaunt. Die Einraumwohnung, die der NABU gebaut hat, ist doch wirklich gut gelungen.

I: „Warum nach Eppertshausen. Gefällt es euch in Rödermark nicht?“

S: „Doch schon, aber nachdem es jetzt klar ist, dass Rödermark jeden Cent für die Kompensation der Straßenbeiträge benötigt, ist das Nisten für Rödermärker Vögel sehr teuer geworden.“

I: „Hä ?????“

S: „Rödermark verlangt ab 2018 eine Überflugsteuer, Nest- bzw. Nistkastensteuer und Landesteuer. Da sich Neststeuer auf die Größe bezieht, ist unsere Einraumwohnung unbezahlbar geworden. Die Vögel erzählen sich auch, dass man in Rödermark demnächst die Pferde besteuern will.“

I: „Wie treibt man dann von Vögeln Steuern ein ?

S: „Ganz einfach, der NABU, in diesem Fall der NABU Rödermark, hat die Gebühr zu entrichten. Aber nicht nur der NABU Rödermark wird zur Kasse gebeten. Für die Vögel aus den umliegenden Kommunen wird von Rödermark eine Überflugsteuer erhoben, die der dortige NABU an Rödermark zu zahlen hat.

I: „Ihr Störche seid nicht die einzigen, die unter der Kompensation zu leiden haben. Nichtschwimmer können sich in Rödermark bald keinen Schwimmunterricht mehr leisten..

Vielen dank für das Gespräch“

2 Replies to “
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Landesteuer für Störche”

  1. Sehr geehrter Herr Donners,
    es wird Sie wundern, aber der NABU Rödermark begrüßt die neue Rödermärker Dobrindt-Steuer. Ich möchte das kurz erklären. Wir haben vor kurzem einen ersten Entwurf für die Steuersätze für Vögel in die Hände bekommen. Die Preise gestalten sich gerade noch akzeptabel und die Steuern werden auch nur für Vögel ab 50 cm Körperlänge verlangt. Als Überflugsteuer ist 1 € pro Vogel im Gespräch, der als Tagessatz abgerechnet werden soll. Als Nestnutzungssteuer sind für Nester bis 1 m Durchmesser 20 €/ Monat und für Nester über 1 m Durchmesser 50 €/Monat. Ein Storchenpaar, dass in Rödermark brütet, würde sich etwa 5 Monate in Rödermark aufhalten und 3 Monate brüten. Bei einem Nestdurchmesser von 1,3 m würde das den NABU rund 450 € kosten. Der überflug und Aufenthalt weiterer Störche wird wahrscheinlich mit 200-300 € zu Buche schlagen Grau- und Silberreiher würden mit rund 800 €/Jahr zu Buche schlagen, für Mäusebussarde, Habichte, Rot- und Schwarzmilane, Rohrweihen, Uhus und Kolkraben rechnen wir mit mindestens 1500 €. Für uns würde die neue Steuer mehr als 2/3 unseres Jahresetats ausmachen, der wiederum fast zur Hälfte durch städtische Zuschüsse und Förderungen gedeckt wird. Glücklicherweise sieht der Entwurf vor, dass die Steuer für Fasane, Graugänse, Kanadagänse und Nilgänse durch die Jagdpächter zu bezahlen sind. Kritisch kann es für uns allerdings werden, wenn beim Vogelzug mal ein Riesentrupp Kraniche über Rödermark ziehen sollte…
    Warum ist der NABU Rödermark jetzt für die Steuer, die der Stadt zwischen 5000 und 10.000 € Einnahmen bringen wird? Ganz einfach: bis jetzt gibt es in der Stadtverwaltung nur ein Person, die neben Spielplätzen, Grünpflege und ganz vielen anderen Dingen auch für die Landschaftspflege und den Umwelt- und Naturschutz zuständig ist. Die Erstellung der neuen Steuerbescheide verlangt aber die Neueinstellung von 2 Mitarbeitern, die ganztägig in der Natur unterwegs sind und die Vogelwelt beobachten. Nebenbei werden diese beiden neuen Mitarbeiter auch Spaziergänger, Hundebesitzer und Freizeitsportler bei der Einhaltung der Gesetze und Richtlinien in der Feldflur und im Wald überwachen. Fazit: Wir bekommen zum einen ein ganzjähriges Monitoring in einer Qualität, das wir als Ehrenamtliche nie leisten könnten und zum anderen werden feld und Wald nicht länger rechtsfreier Raum sein, was vielen Arten sehr stark zu Gute kommen wird und die biologische Vielfalt fördert. Das würden wir sonst mit 3000-4000 € Vereinsmitteln nie leisten können.

    Dr. Rüdiger Werner
    NABU Rödermark

    PS: wir haben gehört, die beiden neuen Mitarbeiter werden die Stadt rund 110.000 € im Jahr kosten.

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